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Wir lassen uns nicht von einem 17-Jährigen erpressen

04.02.2010 Image
 

Der SK Waizenauer Schärding bereitet sich einmal mehr mit dem Ziel Nichtabstieg auf die Frühjahrssaison in der Landesliga West vor. Und nach sechs Abgängen und aufgrund der Statistik stehen die Zeichen dafür nicht unter dem allerhellsten Stern.

"Wir sind es zwar schon gewohnt, gegen den Abstieg zu spielen", sagt Sektionsleiter Alexander Koidl, "aber es wird ein schwieriges Unterfangen. Denn in den vergangenen Jahren waren wir im Frühjahr meist schlechter als im Herbst", erinnert sich der Sportchef. "Und wenn das auch heuer der Fall sein wird, dann müssen wir wirklich runter." Dennoch glaubt Koidl an die Mannschaft: "Es ist wichtig, dass wir eine verschworene Einheit bilden und mit Kampfgeist zu Punkten kommen."

Dieser Mannschaftsgeist äußerte sich in etwa schon während der Vorbereitungszeit, indem die Mannschaft von sich aus ein viertägiges Trainingslager in Budapest organisiert hat. "Der Verein hätte keines organisiert, aber nachdem die Mannschaft das selbst in die Hand genommen hat, steuern wir nun auch etwas dazu bei", ist der Sektionsleiter von der Eigeninitiative der Spieler angetan.

Bis zur Reise nach Ungarn trainieren die Schärdinger derzeit vier Mal pro Woche, wobei drei Tage davon im Freien absolviert werden. "Zumindest können wir beschwerdefrei laufen. Da geht es anderen Vereinen - wie etwa Bad Ischl - nicht so gut", richtet Koidl den Blick auf die Schneelage. Die restliche Trainingszeit pro Woche wird in der Kraftkammer oder im Hallenbad absolviert.

Dort sind sechs Spieler, die im Herbst noch Teil der Mannschaft waren, jetzt allerdings nicht mehr anzutreffen. Neben den beiden tschechischen Legionären, die nach gutem Beginn nicht mehr entsprechen konnten, konnten auch vier weitere Spieler, die nicht immer erste Wahl waren, nicht mehr dazu bewogen werden, zu bleiben. Und gerade der Abgang von Christian Petrovic, der zum Lokalrivalen ATSV Schärding wechselte, stößt dem Sektionsleiter bitter auf. "Wir lassen uns von einem 17-Jährigen nicht erpressen. Es muss doch für einen jungen Spieler den sportlichen Anreiz geben, in der Landesliga spielen zu können, anstatt danach zu gehen, was er verdienen kann."

Nicht zuletzt deshalb war Handlungsbedarf geboten. "Wenn Christian Petrovic nicht gegangen wäre, hätten wir wohl auch keinen Legionär verpflichtet", spricht Koidl den Neuzugang Roman Machacek an. Der Tscheche spielte jahrelang in St. Willibald, ehe er für eineinhalb Jahre in der zweiten Mannschaft der Bohemians Prag spielte. "Zwar ist er inzwischen schon 32 Jahre alt, aber er war einer der Besten, die damals im Innviertel gespielt haben", freut sich der Sportchef über den Neuzugang. Durch Zufall stieß man dagegen auf die zweite Neuerwerbung. "Wir haben erfahren, dass Oktay Cansiz eine Österreicherin gerheiratet hat und nun in Schärding wohnt", sagt Alexander Koidl, der den Spieler als sehr vielversprechend einstuft, hinterlässt er doch im Training eine gute Figur. Den Rest der Abgänge müssen die Schärdinger durch Spieler der 1b-Mannschaft sowie der U16 kompensieren. Dennoch ist der Kader sehr klein. "Der Verletzungsteufel darf also nicht kommen", hofft der Sportchef.

Falls dieser bei den Torhütern aber dennoch zuschlagen sollte, dann würde den Schärdingern noch eine weitere Neuverpflichtung zur Verfügung stehen, denn mit Stefan Schneebauer, der vor seiner Hochzeit mit Gabi Schneebauer, unter dem Namen Stefan Vogetseder für Enzenkirchen zwischen den Pfosten stand, wurde ein weiterer Spieler angemeldet. "Er ist Geschäftsführer in demjenigen Gasthaus, wo wir immer gerne verkehren", spricht Alexander Koidl den Stiegenwirt an. "Außerdem ist er auch ein Sponsor von uns und kann Legionäre bei Bedarf bei sich nächtigen lassen. Und da er in Enzenkirchen teilweise grandios gefangen hat, in Schärding wohnt und mit unserem Vizepräsidenten, Max Hofbauer, öfters in der Kantine sitzt, hat er den Wunsch geäußert, dass er auch gerne einmal in der Landesliga fangen würde", erzählt Koidl und sieht die Verpflichtung des rund 115-Kilo-Mannes somit auch mit einem gewissen Schmunzeln.

Beim ersten Testspiel stand der Gastwirt demnach nicht zwischen den Pfosten. In Vöcklamarkt musste man sich mit einer 1:2-Niederlage gegen den ATSV Stadl-Paura begnügen. "Aber das war nichts mehr als eine Bewegungstherapie", stellt Alexander Koidl klar. "Uns haben fünf Spieler gefehlt, weshalb wir auch mit einem 15-Jährigen gespielt haben. Insofern war das kein Gradmesser für uns."

Zugänge:
Oktay Cansiz (Türkei)
Roman Machacek (Tschechien)


Abgänge:
Thomas Froschauer (SV Freinberg)
Azatulla Bahlol (UFC Mettmach)
Stefan Stauber (Union Eggerding)
Radek Sindelar (Tschechien)
Jiri Sivak (?)
Christian Petrovic (ATSV Handy Shop Schärding)


Testspiele
6. Februar in Vöcklamarkt gegen Gampern
13. Februar in Wallern gegen Bad Wimsbach
21. Februar in Wallern gegen St. Marienkirchen an der Polsenz

Rückrundenstart am 20. März mit dem Auswärtsspiel gegen Andorf.

 
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